Kaninchenrasse des Jahres

 

Zwergwidder lohfarbig schwarz

– Rasse des Jahres 2016

 

 

Bei der vom Zentralverband deutscher Rasse-Kaninchenzüchter veranstalteten Wahl der „Kaninchenrasse des Jahres“ wurden die Zwergwidder lohfarbig schwarz auf den 1. Platz gewählt.

 

 

Bei den Zwergwiddern handelt es sich nicht um genetische Zwergkaninchen sondern um klein gezüchtete Widderkaninchen. Erzüchtet wurden die ersten Zwergwidder 1952 im niederländischen Tilburg und Den Bosch (auch 's-Hertogenbosch genannt) aus den Farbenzwergen und den Deutschen Widdern. 1964 wurden sie nach vielen Selektionen auf der niederländischen Bundeschau gezeigt und in diesem Jahr kamen dann auch die ersten Zwergwidder nach Deutschland. Hier wurden sie 1972 auf der Bundesschau in Essen erstmals in kleiner Zahl vorgestellt und 1973 anerkannt. Damals wurden sie noch Widderzwerge genannt.

 

Die Zwergwidder lohfarbig schwarz wurden aus den Zwergwiddern wildgrau und den Lohkaninchen schwarz herausgezüchtet. 1987 erfolgte die Zulassung als Neuzüchtung und 1997 die Anerkennung im Standard des damaligen ZDK. Die ersten Tiere dieses Farbenschlages stammten von Christoph Jörges (LV Westfalen), der auch Gründungsmitglied der 1997 ins Leben gerufenen Interessengemeinschaft der Zwergwidder lohfarbig und weißgrannenfarbig war.

 

In den vergangenen Jahren wurden die Zwergwidder in den unterschiedlichsten Farben zu einem festen Bestandteil auf unseren Rassekaninchenschauen und erfreuen sich heute allergrößter Beliebtheit bei Jung und Alt. Der Farbenschlag lohfarbig schwarz hat sich neben den vorhanden Farbenschlägen recht gut behaupten und etablieren können. In der heutigen Zeit erfreuen sich gerade „bunte“ Kaninchen insbesondere bei den jungen Zuchtfreunden großer Beliebtheit und da passt der lohfarbige Farbenschlag sehr gut ins Konzept.

 

Das Mindestgewicht beträgt 1,2 kg. Ab 1,5 kg beginnt das Normalgewicht, das bis 1,9 kg geht. Bei einem Gewicht von über 2,0 kg werden die Tiere von der Bewertung ausgeschlossen.

 

Die Zwergwidder haben eine schöne Rückenlinie, sind breitschultrig mit einem kurzen und gedrungenen Körper. Die Rasse wird ohne sichtbaren Hals gezüchtet, das Becken ist gut abgerundet. Als Fehler wird neben den allgemeinen Standardanforderungen auch eine leichte Abweichung vom Typ angesehen. Hierin liegen auch in der heutigen Zeit noch häufig größere Probleme, da immer wieder Tiere zur Bewertung vorgestellt werden, die etwas großrahmig sind. Auch werden Tiere mit einer losen Fellhaut gezeigt. Wammen und Wammenansatz ist bei den Zwergwiddern auch bei überjährigen Häsinnen ein Fehler, der zum Ausschluss führt.

 

Das Fellhaar ist dem Größenrahmen entsprechend kurz gehalten. Versehen mit einer dichten Unterwolle hat es eine feine, gleichmäßige Begrannung. Die Ohren sind gut behaart. 

 

Ein etwas langes Fellhaar oder etwas wenig Unterwolle sind Probleme, die häufiger auftreten.

 

Der ausgeprägte Widderkopf ist kurz, kräftig und rassetypisch. Die widdertypische Ramsnase und eine breite Stirn in Verbindung mit starken Kinnbacken treten sowohl bei den Rammlern als auch bei den Häsinnen markant in Erscheinung.

 

Der Behang wir mit den Schallöffnungen nach innen hufeisenförmig nach unten getragen. Der Behang sollte zwischen 22 und 28 cm lang sein und zum Erscheinungsbild des jeweiligen Tieres passen. An den Ohrenansätzen besitzt der Behang ausgeprägte Wülste, sogenannte Kronen. Der Behang ist stabil im Gewebe und an den Enden gut abgerundet. Dünne, faltige Ohren, schlecht getragener oder schwebender Behang und ein nicht zur Körpermasse passender Behang sind leichte Fehler. Zu kurzer und zu langer Behang wird mit nb bewertet, ebenso das zeitweilige Aufrechttragen eines oder beider Ohren.

 

Bei den Zwergwiddern werden alle Zeichnungs- und Farbanforderungen insgesamt mit 10 Punkten bewertet. Dieses erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl bei der Bewertung.  Bei den lohfarbigen Zwergwiddern werden die Kopf-und Rumpfzeichnung sowie die Farbe in der Position 6 bewertet.

 

Die Kopfzeichnung besteht bei den lohfarbigen Zwergwiddern aus den Augenringen, der Nasen-, Kinnbacken- und Ohreneinfassungen sowie den Ohrenflecken. Die Rumpfzeichnung ist lohfarbig scharf abgegrenzt. Beginnend unter dem Kinn geht die breite Brustzeichnung zwischen den Vorderläufen hindurch in die Bauchdeckfarbe über. Die lohfarbigen Seitenspitzen erstrecken sich gut abgegrenzt auf ca. 2/3 der Rumpfhöhe. Der Genickkeil soll nicht zu groß sein.

 

Die Farbe soll intensiv und gut ausgeprägt sein und ist mit einem guten Glanz versehen. Die Augenfarbe ist braun, die Krallenfarbe ist dunkelhornfarbig bis schwarzbraun.

 

Als Fehler bei den Zeichnungsmerkmalen gelten bei den jeweiligen Merkmalen ungleiche, breite oder schmale Abgrenzungen. Das Fehlen von Zeichnungsmerkmalen wird als schwerer Fehler beurteilt. Fehler bei der Farbe sind u.a. eine fleckige Deckfarbe und eine Durchsetzung der Farbe mit weißen oder lohfarbigen Haaren (außerhalb der Zeichnungsmerkmale).

 

Quelle: www.zdrk.de